In fremden Zungen sprechen

von Anja Schreiber


Englisch beherrschen ..... für Studierende und Hochschulabsolventen eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch was tun, wenn dem nicht so ist? Wenn die paar "Brocken" lediglich ausreichen, um im Urlaub ein paar Sandwiches zu bestellen, aber für den Berufsalltag völlig untauglich sind? Die Antwort liegt auf der Hand: lernen. Doch damit fängt das Problem erst an. Denn eine unübersehbare Flut von Sprachlernangeboten überfordert jeden Lernbegierigen. Von Sprachkursen über Sprachreisen bis hin zu Softwareprodukten reicht das Angebot.
Für Studierende liegt der Besuch von Sprachkursen an den Universitäten nahe. Wie das Angebot an den einzelnen Universitäten und Fachhochschulen konkret aussieht, ist unterschiedlich. Deshalb ist es unbedingt notwendig, sich genau zu informieren. In der Regel stehen die wichtigsten Informationen in Studienhandbüchern, Ratgeberbroschüren oder auf der hochschuleigenen Internetseite. Dr. Wolfgang Mackiewicz, Leiter des Sprachenzentrums an der Freien Universität, gibt jedoch zu bedenken, dass die Hochschulen bei weitem nicht die Möglichkeit hätten, alle Bedürfnisse ihrer Studierenden nach Spracherwerb zu befriedigen. Sie sei vorwiegend für die akademisch orientierte Sprachausbildung zuständig.
Andrea Theocharis gehört zu jenen Studenten, die das Angebot der Uni nutzen. Die Politologiestudentin lernt gerade Chinesisch. "Ich belege einen Sprachkurs für Sinologen." Die Vorteile liegen auf der Hand: sie muss für diesen Kurs keine zusätzlich Kosten aufbringen. 16 Stunden in der Woche hat Frau Theocharis Unterricht. Zusätzlich zum Kurs muss sie zu Hause täglich zwei Stunden pauken. Das hat den Vorteil, dass sie intensiv in die Sprache einsteigt. Aber das ist auch gleichzeitig ein Nachteil, denn das intensive Sprachenlernen geht auf Kosten anderer Studieninhalte. "Ich kann neben diesem Sprachkurs nur ein bis zwei weitere Seminare besuchen", berichtet Andrea Theocharis. Und das hat auch für die anderen Fremdsprachenkenntnisse Folgen: "Mein Englisch leidet sehr darunter." Schließlich sei Chinesisch extrem anders und ihr Kopf sei "voll damit". Nach einem Jahr Sprachkurs will die Politologiestudentin dann ein sechsmonatiges Praktikum in China, ihrem Studienschwerpunkt, in Angriff nehmen.
Für alle, deren Stundenplan schon tagsüber völlig voll ist, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, bei Volkshochschulen, Kulturzentren oder privaten Sprachlehrinstituten Kurse zu belegen.
Die Stiftung Warentest hat wiederholt Angebote rund um das Thema Sprachenlernen getestet: von Sprachkursangeboten über Sprachreisen bis hin zu Lernsoftwareprodukten. Aus diesem Grund weiß auch Alfred Töpper von der Stiftung Warentest, auf was der Lernwillige achten sollte. Bei Kursen ist eine vorhergehende Information unabdingbar, z.B. durch Infoberatungen. Wichtige Fragen, die man vorher klären sollte, sind, z.B.: Wie hoch ist die maximale Teilnehmerzahl? Welche Unterrichtstechniken werden angewandt? Welche Befähigung habe ich nach Abschluss des Kurses?
Das Ergebnis der Warentester nach dem Vergleich verschiedener Kursangebote: "Ein hoher Preis und eine gute Qualität hängen nicht immer zusammen." Die Preisunterschiede für einen halbjährigen Kurs seien zudem extrem unterschiedlich: So würde man bei der Volkshochschule 39 Euro bezahlen, private Anbieter verlangten dagegen Summen von bis zu mehren 100 Euro. Zwar sei es so, dass die großen Sprachschulen in den Tests nie ganz schlecht abschneiden, aber das heiße eben nicht, dass andere Anbieter nicht besser seien. Die Qualität der Volkshochschulkurse, so Töpper, sei dagegen sehr unterschiedlich. Teilweise sind sie sehr gut, teilweise aber auch schlecht, je nach Befähigung der einzelnen Dozenten.
Abteilungsleiterin Barbara Engler von der Aktion Bildungsinformation e.V. (ABI) in Stuttgart rät in jedem Fall, an einem Probeunterricht teilzunehmen Besonders wichtig sei, dass das Sprachlehrinstitut einen ausführlichen Einstufungstest anbietet, in dem es die Vorkenntnisse schriftlich und mündlich abprüft. Ein Anbieter sollte sieben bis acht Kursstufen mit unterschiedlichem Sprachniveau offerieren. Denn je differenzierter das Angebot sei, umso besser werde der Einzelne nach seinen bereits erlernten Kenntnissen gefördert.
Sprachlehrinstitute bieten auch Einzelunterricht an. Der Vorteil liegt, so die Verbraucherschützerin, auf der Hand: der Lehrer kann sich ganz auf den einen Schüler konzentrieren. Allerdings fehlt die Motivation durch die Gruppe. Das Gleiche gilt auch für Fernunterricht. Frau Engler: "Wer sich für diese Form des Sprachenlernens interessiert, sollte sich zuvor eine Probelektion zuschicken lassen." Der Kunde hat hier ein 14tägiges Widerrufsrecht. Dazu kommt, dass der Fernunterricht bedeutend teurer ist als reines Selbststudienmaterial in Form von Lehrbüchern oder Kassetten.
Viele Experten favorisieren einen Sprachkurs im Ausland. Abseits des Alltags lernt der Interessierte in einer Urlaubsatmosphäre und kann das Gelernte gleich in die Praxis umsetzen. Resultat: Der Einzelne lernt viel schneller als wenn er zu Hause neben allen anderen Pflichten einmal in der Woche zum Sprachkurs hechtet.
Doch wie findet man gute Anbieter für Sprachkurse im Ausland? Welche Kriterien sollten bei der Wahl eines Veranstalters beachtet werden? Die Aktion Bildungsinformation e.V. hat auch Veranstalter von Sprachreisen unter die Lupe genommen. Nachzulesen sind die Erkenntnisse der Verbraucherschützer in einer Reihe von Broschüren, die das Angebot in unterschiedlichen Zielländern beleuchten.
"Man sollte nicht den erstbesten Kurs buchen, sondern sich vorher genau informieren", rät Barbara Engler. "Es ist sinnvoll, sich ein bis zwei Monate für die Suche Zeit zu lassen." Im Prospekt des Anbieters sollten die Leistungen genau beschrieben werden. Dazu gehört die Gruppengröße, aber auch die Zahl der Unterrichtsstunden. Hier ist es sinnvoll, auch auf die genaue Minutenzahl zu achten, denn auch diese variieren von Veranstalter zu Veranstalter. Idealerweise sollten die Prospekte auch Lernmethode, Lernziele und Lehrmaterialien sowie angebotene Sprachprüfungen detailliert beschreiben.
Soll der Lernerfolg optimal sein, müssen verschiedenen Kursstufen angeboten werden. So wird der Lernende ideal gefördert und Über- oder Unterforderung vermieden. Deshalb erkennt man einen guten Sprachkurs auch daran, dass ihm ein umfassender mündlicher und schriftlicher Einstufungstest vorausgeht.
Die Verbraucherschützerin rät, sehr genau die Allgemeine Geschäftsbedingungen zu lesen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass sich in ihm kein Absagevorbehalt finde. Dieser eröffnet dem Veranstalter die Möglichkeit, bei zu geringer Teilnehmerzahl die Reise abzusagen. Im Vertrag sollte auch keine Preiserhöhungsklausel stehen. Wünschenswert ist es, wenn der Preis klar erkenntlich aus den Unterlagen hervorgeht. Die Preise, so Frau Engler, variieren sehr stark, je nachdem, welche Leistungen, z.B. welche Art der Unterkunft, angeboten werden. Im europäischen Ausland müsse man mit einem Preis ab 1000 Euro für zwei Wochen Kurs inklusive Unterkunft rechnen.
Töpper von der Stiftung Warentest rät den an einer Sprachreise Interessierten, die angebotenen Infoabende zu besuchen und genau nachzufragen, z.B.: Welche Ausbildung haben die Dozenten? Was für Inhalte werden in dem Kurs vermittelt? Was ist das Lernziel des Kurses? Welche Prüfungen können am Ende des Kurses abgelegt werden? Welche Zertifikate können erworben werden? Auch die Qualität der Unterbringung sollte der Reiselustige erfragen.
Auch zahlreiche Hochschulen in ganz Europa veranstalten Sprachkurse. Zielgruppe sind häufig nicht nur Studierende, sondern auch Berufstätige. Einen ersten Überblick über die Vielzahl der Angebote - vom Englischkurs in Edinburgh bis Tatarischunterricht in Kasan -bietet die Broschüre "Sprachkurse an Hochschulen in Europa 2002", die vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst herausgegeben wird und im Bertelsmann-Verlag erscheint. Der DAAD informiert darin über das Kursangebot im gesamten europäischen Ausland. Der Band enthält detaillierte Angaben zu Themen, Terminen, Gebühren und Unterkunftsmöglichkeiten von 300 Veranstaltern in 29 Ländern.
Doch der DAAD ist viel mehr als nur eine gute Adresse, wenn es um Informationsbeschaffung rund ums Sprachenlernen geht. Er vergibt für Sprachkurse auch Teilstipendien und macht damit für lernbegierige und begabte Studenten mit schmalen Geldbeutel eine Sprachreise überhaupt erst erschwinglich.
Diese Stipendien werden für drei- bis vierwöchige Sommersprachkurse vergeben, die z.B. an Hochschulen im europäischen Ausland stattfinden. Sprachkurse privater Träger werden nicht gefördert. Bewerbungsvoraussetzungen für Studierende an Universitäten, so Gerda Nellessen, zuständige Sachbearbeiterin beim DAAD, ist ein mindestens zweisemestriges Studium der betreffenden Sprache an einer deutschen Hochschule. Es werden keine Englischsprachkurse gefördert, Französischsprachkurse werden nur finanziell unterstützt, wenn der Antragsteller an einer Fachhochschule studiert. Studierende an Fachhochschulen müssen solide Grundkenntnisse in der betreffenden Sprache nachweisen.
Darüber hinaus stehen dem DAAD so genannte Regierungsstipendien zur Verfügung, z. B. für Bulgarisch in Sofia, Irisch in Galway und Dublin sowie Norwegisch in Bergen und Oslo. Diese Stipendien werden dem DAAD von der jeweiligen ausländischen Regierung angeboten. Voraussetzung sind hier "gute Grundkenntnisse" der jeweiligen Sprache. Der DAAD bietet auch spezielle Sprachkursstipendien für Arabisch, Hebräisch und für drei afrikanische Sprachen (Bambara, Hausa und Swahili) an.
Die Bewerber müssen allerdings, um solche Stipendien zu ergattern, Fachgutachten einholen und umfangreiche Unterlagen über ihr bisheriges Studium einreichen. Doch wer dieses Prozedere erfolgreich durchlaufen hat, dem winkt ein Stipendium von 700 bis 2000 Euro.
Nach Einschätzung von Frau Nellessen ist die Qualität der an den ausländischen Unis angebotenen Kurse gut. Die Stipendiaten berichteten von großen "Lernerfolgen". Auch das kulturelle Begleitprogramm der Kurse werde ausdrücklich gelobt, da es den Horizont erweitere. Oft führten diese positiven Erfahrungen auch zu einem längeren Studienaufenthalt im Ausland.
Doch nicht jeder Lernwillige hat Lust auf einen Sprachkurs. Und auch für diese Spezis gibt es eine große Palette von Angeboten zum Selbstlernen. Beispiel: Eine Geschichtsstudentin. Sie lernt neben dem Studium der Geschichte, Philosophie und Soziologie Französisch. Doch anders als viele ihrer Kommilitonen besucht sie keinen Kurs, sondern benutzt ein Kasettenlernprogramm. "So kann ich meine Zeit frei einteilen." Sie könne das Lerntempo selbst bestimmen. "Ich habe beim Kauf z.B. darauf geachtet, das nicht 20 Lektionen lang das Thema Einkaufen behandelt wird." Ein weiterer Grund für ihre Kaufentscheidung war die Tatsache, dass im Programm verschiedene Lernmethoden angeboten werden, sodass sie nicht nur "stur auswendig lernen muss".
Eine weitere Möglichkeit, eine Sprache zu pauken bietet der heimischen PC, wenn die passende Software installiert ist. Meike Dircksen von der Redaktion der COMPUTERBILD testet regelmäßig computergestützte Sprachlern-Programme und weiß, worauf es beim Kauf eines solchen Produkts ankommt: "Wichtig ist, dass auf der Verpackung deutlich sichtbar die Zielgruppe genannt wird. Ist das Programm für Anfänger oder für Fortgeschritten geeignet?" Trauriges Testergebnis von COMPUTERBILD: Oft stimmen die Angaben der Hersteller nicht mit der Realität überein. So gibt es Programme, die für Anfänger ausgewiesen sind, aber in der Praxis auf Vorkenntnisse aufbauen.
Programme für Fortgeschrittene sollten einen Eingangstest bieten, damit der Anwender sein Leistungsniveau einschätzen kann. Anhand des Testergebnisses findet der Anwender idealerweise dann den richtigen Einstieg in das Lernprogramm.
Sehr wichtig für ein Sprachlern-Programm sind zwei Funktionen: die Sprachausgabe und die Spracherkennung: Muttersprachler sprechen die Wörter und Sätze in korrekter Aussprache und Betonung vor. Der Lernende hat die Gelegenheit, diese Wörter nachzusprechen. Das Programm zeigt dann anhand einer Grafik oder einer Prozentzahl an, ob ihm dies gelungen ist. "Nur mit diesen beiden Funktionen ist ein erfolgreiches Selbststudium möglich", so die COMPUTERBILD-Redakteurin.
Für die Funktion "Spracherkennung" benötigt der Anwender ein so genanntes Headset. Das ist ein Kopfhörer mit einem angebauten Mikrofon. Dircksen: "Ein gutes Sprachlern-Programm liefert das Headset mit."
Der Käufer sollte auch darauf achten, dass Englisch-Lernprogramme zwischen britischem und amerikanischem Englisch unterscheiden können. Gut sei es auch, wenn der neu erworbene Wissensstand im Programm gespeichert werden kann. So muss nicht jedesmal mit der Lernarbeit wieder von vorn begonnen werden.
Ein Programm sollte nicht nur trockene Grammatik parat halten, sondern auch - möglichst landestypische - Gesprächssituationen üben. "Wünschenswert sind kleine Auflockerungen, etwa durch Wissensspiele, damit einerseits der Lernerfolg gesichert wird, andererseits keine Langeweile aufkommt", berichtet Dircksen. Ein gutes Programm kann sich dem Lerntyp anpassen. Je nach Vorliebe kann der Schwerpunkt dann mehr auf stures Auswendigpauken oder auf intuitives Lernen und Aussprachetraining liegen.
"Tests in COMPUTERBILD haben gezeigt, dass der Kaufpreis einer Sprachlern-Software in keinem Zusammenhang mit der Qualität und der Ausstattung steht. Es gibt durchaus auch preisgünstige Programme, die sich hervorragend zum Sprachenstudium am Computer eignen", berichtet Frau Dircksen. Die Preise der Produkte sind sehr unterschiedlich: So sei z.B. ein Lernprogrammen für vier Sprachen schon ab 20 Euro zu haben, andere Programme - insbesondere für seltene Sprachen - kosteten bis zu mehreren 100 Euro. In jedem Heft der COMPUTERBILD ist übrigens eine Bestenliste abgedruckt, in der auch die Testergebnisse von Sprachlern-Programmen zu finden sind.
Die Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe 11/2001 Weiterbildungskurse im Internet - darunter auch Sprachkurse - unter die Lupe genommen. Doch das Zeugnis, das die Stiftung den 14 Anbietern ausstellte, war schwach: Nur drei erhielten die Note "gut". Lobend erwähnt wurde unter anderem der Anbieter Englishtown, der regelmäßig Rollenspiele und Sprach-Chats anbietet und damit dem Prädikat "interaktiv" gerecht wurde. Die Teilnehmer zahlen dafür etwa 40 Euro im Monat. Insgesamt aber, so Töpper, bleiben viele Produkte hinter den Möglichkeiten des Internet zurück.
Wie schätzt ein weltweit operierender Konzern Fremdsprachenkenntnisse ein? "Englisch ist unsere Konzernsprache", berichtet Sabine Metzner, Pressesprecherin bei Siemens. Aus diesem Grund seien "gute Englischkenntnisse" eine Voraussetzung für die Einstellung. Doch das heiße nicht, dass jeder Hochschulabsolvent bei Siemens verhandlungssicheres Englisch sprechen müsse. "Wer im Vertrieb tätig ist und viel mit englisch sprechenden Kunden zu tun hat, muss besser Englisch können als ein Entwickler." Defizite im Englischen sind, so Metzner, weit leichter zu beheben als beispielsweise die Unfähigkeit, im Team zu arbeiten. Deshalb bietet das Unternehmen auch Weiterbildungsmöglichkeiten an, z.B. im Bereich des technischen Englisch.
Sehr gut wäre es, so Sabine Metzner, die Sprachkenntnisse durch einen Auslandsaufenthalt zu vertiefen, z.B. in Kombination mit einem Praktikum. Frau Metzner: "Denn dann verbindet man das Lernen der Sprache mit der persönlichen Weiterentwicklung, die ein Auslandsaufenthalt mit sich bringt." Das gelte nicht nur für Englisch, sondern auch für andere Fremdsprachen. Um sich zu vergewissern, wie gut ein Bewerber englisch spricht, werde in den Einstellungsgesprächen zum Teil auch englisch gesprochen.
Naturgemäß sind Fremdsprachenkenntnisse im Auswärtige Amt von herausragender Bedeutung. Englisch und Französisch gehören zum Pflichtkanon: "Bewerber sollten ihre Fremdsprachenkenntnisse möglichst durch ein Zertifikat belegen, das allseitige Anerkennung findet", so Gunnar Hille, Leiter des Sprachlernzentrums im Auswärtigen Amt. "Für Englisch und Französisch sind diese Zertifikate vom jeweiligen Mutterland vorgegeben. Es gibt hierfür, aber auch für weitere Sprachen, ein inzwischen von den meisten deutschen Universitäten anerkanntes Zertifikat mit Namen ,Unicert', das die Sprachkenntnisse universitätsübergreifend klassifiziert."
Die Formen der Sprachaneignung sollten sich nach dem Lernenden richten, betont Hille. Stark analytisch geprägte Menschen - dazu zählen insbesondere Juristen und Wirtschaftswissenschaftler - lernen in der Regel besser mit Hilfe des grammatikalischen Regelwerks, während andere ihre Sprachkenntnisse durch Beobachtung und Nachahmung von Gesprächssituationen aufnehmen und nur gelegentlich die Grammatik zur Festigung des Gehörten oder Gelesenen benötigen. Ein guter Lehrer wird sehr schnell erfassen, mit welchem "Lernertyp" er es zu tun hat und seinen Unterricht entsprechend gestalten.
"Es gibt kein Patentrezept für das Sprachenlernen", berichtet der Leiter des Sprachlernzentrums. So kann beispielsweise ein PC zwar keinen Lehrer aus Fleisch und Blut ersetzen, sehr wohl aber die Memorierfähigkeit verbessern helfen.
Zwar betont Hille, dass Selbstlernprogramme sehr hilfreich sein können, wenn die Arbeit mit einer Lehrkraft nicht möglich sei. Allerdings erfordere das Arbeiten mit diesen Programmen naturgemäß eine sehr große Selbstdisziplin. "Bei der geringsten Unaufmerksamkeit können sich bei der Aussprache Fehler einschleichen, die später nur mühsam zu berichtigen sind. Ein lehrkraftgesteuerter Unterricht ist daher in der Regel Selbstlernprogrammen vorzuziehen."

Tipps und Adressen:
- Sprachkurse an Hochschulen in Europa 2002
Herausgeber: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
erschienen in: W.Bertelsmann Verlag GmbH Co. KG, Bielefeld 2002, 422 Seiten
ISBN 3-7639-0423-9
14,90 Euro
- Weitere Informationen über Sprachenlernen und Sommersprachkursstipendien beim
Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)
Kennedyallee 50
53175 Bonn
Tel: 0228/ 882-0
Internet:
www.daad.de

Die Aktion Bildungsinformation e.V. (ABI) bringt verschiedene Titel heraus, die Wissenswertes über Sprachkurse und Sprachreisen im Ausland beinhalten. ABI ist eine gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation, die sich unter anderem auf Bildungs- und Kulturaustausch spezialisiert hat.
Publikationen:
- Englisch lernen in Europa (Großbritannien, Irland, Malta), Stuttgart 2002, 13 Euro plus Versand
- Nach Frankreich der Sprache wegen, Stuttgart 2001/2002, 13 Euro plus Versand
- Italienisch lernen in Italien, Stuttgart, 2001/2002, 13 Euro plus Versand
- Englisch lernen in Übersee: USA, Kanada, Neuseeland, Stuttgart 2000/2001, 11 Euro plus Versand
- Spanien Sprache lernen - Tipps für den Alltag, Stuttgart 2002, 13 Euro plus Versand
Alle Titel und weitere Infos gibt´s bei:
Aktion Bildungsinformation e.V. (ABI)
Alte Poststr. 5 70173 Stuttgart
Tel: 0711/220 216-30
Internet:
www.abi-ev.de

Weitere wichtige Internetadressen rund um das Thema Fremdsprachenlernen:
- unter
www.iie.org findet sich ein Verzeichnis von Hochschulkursen in den USA.
-
www.slf.ruhr-uni-bochum.de bietet die Möglichkeit, durch computergestützte Kommunikation Sprachen im Internet zu lernen.
- eine umfangreiche Datenbank zum Thema gibt es unter
www.language-learning.net
- wertvolle Tipps rund ums Sprachenlernen finden sich auch unter
www.foreignlanguagehome.com


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